Kummerkasten

Loveletters4you || Kummerkasten-Chat || Romantikecke
Aktuelle Zeit: 20 Aug 2018 07:48

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Meine Mutter und ich (und meine Schwester)
BeitragVerfasst: 17 Aug 2018 18:22 
Offline

Registriert: 17 Aug 2018 17:34
Beiträge: 1
/edit: Puh der Text ist ziemlich lang geworden, tut mir wirklich leid. Ich hoffe trotzdem dass es jemand liest :/

Hallo ihr Lieben,
Ich möchte euch heute mal von der Beziehung zu meiner Mutter erzählen, da dieses Thema für mich immer wieder problematisch ist und ich langsam genug davon habe, dass es mich immer wieder so runterzieht. ich versuche die Geschichte chronologisch aufzuarbeiten und die wichtigsten Details zu nennen, auch wenn ich sagen muss dass meine Erinnerungen vor allem von der Teenager-Zeit etwas schwammig sind da ich in dieser Zeit eher mit Tunnelblick gelebt und versucht habe mich nicht zu sehr auf alles emotional einzulassen.

Meine Kindheit war sehr schön, bis ich 12 Jahr war eigentlich alles wirklich toll. Meine Eltern haben sich zwar getrennt, aber da war ich noch sehr klein und ich fand es nie schlimm. Ich war ca jedes 2. Wochenende bei meinem Dad und auch wenn das Verhältnis nicht das beste war, war es trotzdem meistens ganz schön. Ich habe zusammen mit meinem Bruder (6 Jahre älter), meiner Mum, meinem Stiefvater und später meiner Schwester (10 Jahre jünger) in einer Haushälfte gelebt, meine Großeltern in der anderen, wir hatten einen schönen Garten, viele Freunde usw.
Bergab ging es erst, als meine Mutter sich entschieden hatte ihren Job (verständlicherweise) aufzugeben und etwas eigenes aufzuziehen, leider scheiterte dies grandios und sie hatte viel Streit mit ihrem Freund, bis sie sich schließlich trennten (ich muss so 13 gewesen sein).
Der Freund zog zusammmen mit meiner kleinen Schwester aus, meine Mutter rettete sich in den Alkoholkonsum und kleinere Geschichten mit verschiedenen Männern. Sie hat es immer mal wieder mit anderen Jobs versucht aber hat es nie wirklich durchgehalten, irgendwann ist sie mit meinem Opa aneinander geraten (mein Opa war sehr kauzig und knauserig), wahrscheinlich weil sie irgendwelche Kosten nicht mehr tragen konnte.
Die Konsequenz war dass sie und ich ohne meinen großen Bruder ausgezogen sind. Mein Bruder war ja schon über 18 und hatte eine feste Arbeit, ich ging noch zur Schule.
Irgendwann hat sie über ein Flirtportal einen Mann kennengelernt, soweit ich das noch beurteilen kann ein cooler Typ, ich mochte ihn auch ganz gerne aber leider wohnte er am anderen Ende von Deutschland. Am Anfang haben sie sich noch gegenseitig besucht, aber irgendwann ist sie dann im September zu ihm gezogen, ich sollte in den nächsten Sommerferien nachkommen. Ich war 14 und in der Wohnung ganz allein, sie haben mir zwar Miete und Kostgeld für Ernährung etc gegeben, trotzdem war ich in der Wohnung allein. Ich musste immer zu meiner Oma fahren um mir irgendwelche Unterschriften für die Schule zu holen und war auch finanziell abhängig von ihrer Gunst wenn ich mal Klamotten oder Schulsachen brauchte. Irgendwann hat meine Mutter mir noch eine Mitbewohnerin gesucht weil ihr vermutlich die Miete zu teuer wurde, sie hat dann für die nächsten paar Monate mit mir dort gewohnt und wir haben uns ganz gut verstanden, war also für mich nicht schlimm.
Dann rückte der Moment näher an dem ich zu den beiden ziehen sollte und wie es kommen musste, wollte der Typ mich dann plötzlich nicht mehr aufnehmen und noch ein Jahr ohne mich erkaufen, aber meine Mutter hat in dem Moment wohl die richtige Konsequenz gezogen und sich von ihm getrennt. Meine Mitbewohnerin musste ausziehen und meine Mutter kam zurück, ohne finanzielle Mittel und mit gebrochenem Herzen.
Es folgte eine sehr schwere Zeit, die Alkoholsucht wurde schlimmer und durch eine Medikamentsucht ergänzt, zusammen führte das immer wieder zu nächtlichen Totalausfällen bei ihr, sie saß in der Küche und hat geheult, geschrien, geschimpft, mich angeschrien weil ich für die Trennung verantwortlich war (zu der Zeit habe ich das sogar noch geglaubt), aber auch das andere Extrem mit viel Liebe und Entschuldigungen war da.
Typische Suchtkrankheit halt.
Sie hat mich immer wieder gezwungen von meinem Geld (Kindergeld, Taschengeld von Oma etc) Alkohol zu kaufen. Wenn ich kein Geld hatte wurde sie richtig wütend und ich hatte Angst, weswegen ich leider in eine unangenehme Szene abgerutscht bin: ich habe mich Prostituiert.
Ich war 15/16 etwa und habe mit älteren Männern geschlafen um Alkohol für sie zu kaufen, aber auch immer mehr um Klassenfahrten, Schulbälle etc finanzieren zu können .Das hat sie mir einfach nicht mehr bezahlt.
Auch mein Vater hat irgendwann aufgehört mir Geld zu geben weil er genau wusste dass es immer irgendwie an sie ging, selbst wenn ich es versteckt habe hat sie mich so lange durchsucht bis sie das gefunden hat.
Es gab einige Zeiten in denen wir keinen Strom und kein Essen hatten, zum Beispiel mal ein Weihnachten ohne Strom.
Mein Vater muss von den meisten Sachen gewusst haben aber er hat mir nicht wirklich geholfen und lieber seine neue Familie aufgezogen, was auch der Grund ist warum ich heute mit ihm ein sehr angespanntes bis gleichgültiges Verhältnis habe.
Das zog sich eine Weile so hin bis ich schließlich mit 17 mein Abitur hatte und dann auch sofort mit meinem besten Freund weggezogen bin.
In eine Stadt, 70km weg, in der ich auch heute noch lebe.
Der Abstand tat mir sehr gut, ich habe ein Studium angefangen aber auch wieder abgebrochen, seitdem Jobbe ich so vor mich hin und suche noch meine richtige Bestimmung (nächstes Jahr geht es endlich mit der Ausbildung los :P).
Mit der Zeit konnte ich sehen wie es ihr langsam wieder anfing besser zu gehen, sie hat sich eine Umschulung ausgesucht und durchgezogen und dort ihren neuen Freund kennengelernt mit dem sie in eine Mietwohnung gezogen ist.
Über die Jahre hat sie immer mal wieder nach Geld von mir gefragt, trotz der Umschulung haben sie beide es nicht wirklich geschafft beruflich Fuß zu fassen aber sie kommen über die Runden, trinken ab und zu mal noch was aber bei weitem nicht mehr so schlimm, darum war es für mich auch kein Problem hier und da mal 50€ rüberzuschieben auch wenn ich auch nie wirklich viel hatte.
Es sollte immer nur "geliehen" sein, meistens bekam ich das Geld sogar zurück aber in 10-20% der Fälle wurde es halt einfach irgendwann von uns beiden "vergessen".
Leider wurden aus den 10-20% im Laufe der letzten 2 Jahre eher 100%, und das ist mein aktuelles Problem. Ich merke dass sie ihr Leben nicht wirklich im Griff hat und mit Geld überhaupt nicht umgehen kann. Meine Schwester ist mittlerweile 14 und von ihrem Vater vor einem Jahr zu meiner Mutter gezogen weil sie sich mit meiner Mutter besser versteht, immer öfter wird meine Schwester jetzt als Grund vorgeschoben warum sie Geld braucht. Ich muss dazu sagen dass es meiner Schwester psychisch überhaupt nicht gut geht, sie hat sich viel geritzt und auch einen Suizidversuch hinter sich, ich habe ein sehr gutes Verhätlnis zu ihr aber niemand bekommt aus ihr so wirklich raus warum sie so unglücklich ist. Sie war auch schon bei Psychologen was nicht wirklich geholfen hat, aber ich habe das Gefühl, dass es mit ihr, nicht zuletzt dadurch dass ich jetzt viel mehr Kontakt mit ihr habe als früher, bergauf geht.
Trotzdem kann ich natürlich umso schlechter nein sagen wenn meine Mum mal wieder "Geld für einen Ausflug meiner Schwester" braucht oder so.
Ich habe anfang diesen Jahres den Beschluss gefasst mich nicht mehr finanziell ausbeuten zu lassen und angefangen, alles aufzuschreiben was ich ihr "ausleihe". Es sind jetzt 400€, mag nicht unbedingt nach viel klingen für manche aber ich habe selbst nur einen 30h/Woche-Job, weil das für mich persönlich eigentlich zum Leben reicht. Wenn ich aber ständig was abgebe wird es eng, und ich habe keine Aussicht darauf dass das Geld irgendwann zurückkommt, auch wenn sie das immer wieder verspricht.
Heute morgen kamm wieder eine Nachricht, ob ich denn nicht etwas Geld übrig habe, sie bekommt ja bald ihre 3500€-Nachzahlung von irgendeinem Amt (eine typische Ausrede die sie oft vorschiebt, irgendein mysteriöser Geldbetrag steht ihr ja direkt in Aussicht).
Sie meint, dass es "langsam eng" bei ihr wird, ich habe keine Ahnung was genau das bedeutet und ehrlich gesagt will ich auch nicht nachfragen und habe das Bedürfnis einfach etwas zu überweisen, denn wenn ich mir vorstelle dass sie die Wohnung verlieren oder sie in alte Muster zurückfällt und was für Auswirkungen das auf meine Schwester haben könnte, wird mir wirklich schlecht.
Ich habe jetzt erstmal gesagt dass ich gerade nichts habe (was auch stimmt, da ich gerade einen Umzug vorbereite), bis jetzt kam noch keine Antwort und ich fühle mich richtig mies damit.

Abschließend muss ich noch erwähnen, dass sowohl meine Mutter als auch meine Schwester in psychiatrischer Behandlung waren aber es offensichtlich keinen Erfolg gebracht hat, eine einfache Antwort à la "schick sie doch mal alle zum Psychiater" wird mir da also vermutlich nichts bringen :D
Trotzdem bin ich natürlich für alle Tipps dankbar und ich hoffe dass ein paar Antworten kommen :)
Ganz liebe Grüße an alle die bis hierhin gelesen haben!


Diesen Beitrag melden
Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 1 Beitrag ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst neue Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  


Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de