Herzlich Willkommen in deinem kreativen Ideenreich, Anonymous, mit vielen Bastelanleitungen für romantische und selbstgebastelte Geschenke!




Geschichten über die Liebe und anderes wichtiges

Re: Geschichten über die Liebe und anderes wichtiges

Beitragvon Mamma Mia » 29.11.2009 09:26


Nicht immer so viele Sorgen machen
Wenn du als Kind in den 50er, 60er oder 70er Jahren lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, daß wir so lange überleben konnten!

Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags.

Unsere Bettchen waren angemalt in strahlenden Farben voller Blei und Cadmium.

Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmittel.

Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen.

Auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm.

Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen.

Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, daß wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar.

Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mußten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen. Niemand wußte, wo wir waren und wir hatten nicht mal ein Handy dabei!

Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne und niemand wurde deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld, außer wir selbst. Keiner fragte nach "Aufsichtspflicht".
Kannst du dich noch an "Unfälle" erinnern? Wir kämpften und schlugen einander manchmal grün und blau. Damit mußten wir leben, denn es interessierte den Erwachsenen nicht.

Wir aßen Kekse, Brot mit dick Butter, tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht zu dick.

Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche und niemand starb an den Folgen.

Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, Videospiele, 64 Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chat-Rooms. Wir hatten Freunde!

Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir marschierten einfach zu deren Heim und klingelten.
Manchmal brauchten wir gar nicht klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern.
Keiner brachte uns und keiner holte uns.
Wie war das nur möglich?

Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen. Außerdem aßen wir Würmer.
Und die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter und mit den Stöcken stachen wir nicht besonders viele Augen aus.

Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut war, mußte lernen, mit Enttäuschungen klarzukommen.

Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen.
Das führte nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung.

Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Das war klar und keiner konnte sich verstecken. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, daß die Eltern ihn nicht aus dem Schlamassel heraushauen.
Im Gegenteil: Sie waren der gleichen Meinung wie die Polizei! So etwas!

Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht.
Wir hatten Freiheit, Mißerfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit alldem wußten wir umzugehen.

Und du gehörst auch dazu!!
Mamma Mia
 

Re: Geschichten über die Liebe und anderes wichtiges

Beitragvon Mamma Mia » 29.11.2009 09:26


Manche Menschen wissen nicht
Manche Menschen wissen nicht,
wie wichtig es ist,
dass Sie einfach da sind.

Manche Menschen wissen nicht,
wie gut es tut,
sie nur zu sehen.

Manche Menschen wissen nicht,
wie tröstlich ihr Lächeln wirkt.

Manche Menschen wissen nicht,
wie wohltuend ihre Nähe ist.

Manche Menschen wissen nicht,
wie viel ärmer wir ohne sie wären.

Sie wüssten es,
würden wir es ihnen sagen…
Mamma Mia
 

Re: Geschichten über die Liebe und anderes wichtiges

Beitragvon Mamma Mia » 29.11.2009 09:26


Ein unvergängliches Geschenk
Diese Geschichte handelt davon, das vor nicht all zu langer Zeit ein Mann seine 5 jährige Tochter, tadelt, dass sie eine Rolle wertvolles goldenes Geschenkpapier sinnlos vergeudete.
Das Geld war ohnehin knapp und deshalb wurde er sogar noch ungehaltener, als er sah, das das Kind sie dafür benutzte eine Schachtel zu verzieren, die er extra unter den Weihnachtsbaum gestellt hatte um damit ein Geschenk zu verpacken.
Das Kind ließ sich nicht entmutigen, brachte die Geschenkbox am nächsten Tag zu ihrem Vater und sagte: "Das ist für Dich, Papa."
Der Vater war beschämt wegen seiner Überreaktion. Aber erneut flammte sein Ärger auf, als er die Schachtel öffnete und sie leer fand.
Er fauchte sie an:" Weißt du nicht kleines Fräulein, dass, wenn du jemanden ein Geschenk machst , der erwartet, das etwas in der Verpackung ist?"
Das kleine Mädchen schaute mit Tränen in den Augen zu ihm auf und sagte:" Oh lieber Papa ,sie ist doch nicht leer!! Ich habe so viele Küsse für Dich hineingedrückt, bis die Schachtel voll war".
Der Vater war bestürzt und schämte sich sehr. Er fiel auf die Knie, schlang seine Arme um das Kind und zog es an sich und bat es aus ganzem Herzen, ihm zu vergeben für seine ungetrübte und ungerechtfertigte Wut.
Kurze Zeit darauf kam das Mädchen bei einem Unfall ums Leben und man erzählte sich, daß der Vater die Schachtel sein ganzes Leben lang neben seinem Bett aufbewahrte.
Und wann auch immer er entmutigt war oder vor schwierigen Problemen fast erdrückt wurde, öffnete er die Schachtel und nahm sich einen Kuss heraus um sich der Liebe, seines Kindes , zu erinnern.
Und ist es nicht in Wirklichkeit so, jeder von uns braucht eine Schachtel, von dieser bedingungslosen Liebe, mit Küssen, Träumen und Wünschen von unseren Kindern, der Familie, von Freunden ,von Gott.
Es gibt keinen wertvolleren Besitz, den wir je in den Händen halten können
Mamma Mia
 

Re: Geschichten über die Liebe und anderes wichtiges

Beitragvon Darla » 14.03.2010 21:16

Gute Nachtgeschichten:

Weißt du eigentlich, wie lieb ich dich hab
Herkules, der Floh vom Geheimdienst
Superfrosch
Brödelbard und Klecks
Wann gehst du schlafen, kleiner Bär?
Die kleine Maus
Die Verschönerung des Lebens


Weißt du eigentlich wie lieb ich dich hab

Der kleine Hase sollte ins Bett gehen, aber er hielt sich noch ganz fest an den Ohren des großen Hasen.
Der kleine Hase wollte nämlich ganz sicher sein, dass der große Hase ihm auch gut zuhörte.
„Rate mal wie lieb ich dich hab!“ sagte er.
„Oh,“ sagte der große Hase „ich glaub nicht, dass ich das raten kann!“
„So sehr“, sagte der kleine Hase und breitete seine Ärmchen aus, so weit er konnte.
Der große Hase hatte aber viel längere Arme. „Aber ich habe dich soooo sehr lieb“, sagte er.
Hmm das ist viel, dachte der kleine Hase. „Ich habe dich lieb, so hoch ich reichen kann!“ sagte der kleine Hase.
"Ich hab dich lieb, so hoch ICH reichen kann“ antwortete der große Hase.
Das ist ziemlich hoch, dachte der kleine Hase. Wenn ich nur auch so lange Arme hätte! Dann hatte der kleine Hase eine gute Idee. Er machte einen Handstand und streckte die Füße am Baum hoch. „Bis zu meinen Zehen hoch hab ich dich lieb!“ sagte er.
„Und ich habe dich bis zu deinen Zehen lieb“ sagte der große Hase und schwang den kleinen Hasen in die Luft.
„Ich habe dich so hoch wie ich hüpfen kann lieb!“ sagte der kleine Hase lachend und hüpfte auf und ab.
„Aber ich habe dich lieb so hoch ICH hüpfen kann“, sagte der große Hase lächelnd und hüpfte so doch, dass seine Ohren die Zweige vom Baum berührten.
Toll, dachte der kleine Hase, wenn ich doch auch nur so hoch hüpfen könnte!
„Ich habe dich den ganzen Weg bis zum Fluss runter lieb“, sagte der kleine Hase.
„Ich habe dich bis zum Fluss und über die Berge lieb!“ sagte der große Hase. Oh, das ist sehr weit, dachte der kleine Hase. Er war schon so müde, dass er sich gar nichts mehr ausdenken konnte.
Dann schaute er über die Büsche und Bäume hinaus in die große, dunkle Nacht. Es konnte ja wohl nichts weiter weg geben als den Himmel.
„Ich hab dich lieb bis zum Mond“, sagte der kleine Hase und machte die Augen zu. „Oh, das ist weit!“ sagte der große Hase. „Das ist sehr, sehr weit.“
Der große Hase legte den kleinen Hasen in sein Blätterbett, beugte sich über ihn und gab ihm einen Gute-Nacht-Kuss.
Dann kuschelte sich der große Hase an den kleinen Hasen und flüsterte lächelnd: „Bis zum Mond und wieder zurück, haben WIR uns lieb.“



Herkules, der Floh vom Geheimdienst

Noch nie hat man einen Floh gesehen, der eine bessere Sonnenbräune gehabt hätte als Herkules. Das kam daher, dass er ständig geheimnisvolle Aufträge in fernen Ländern erfüllen musste; denn Herkules war Floh beim Geheimdienst. Schon sein Vater und sein Großvater waren beim Geheimdienst gewesen, und man erzählte sich, dass sein Ur-Ur-Urgroßvater sogar ein Muskeltier-Floh gewesen war.
Herkules hatte auch einen Bruder, der Archie hieß und in einem Flohzirkus arbeitete. Hin und wieder, wenn Herkules von einer anstrengenden Reise zurückkehrte, besuchte er seinen Bruder um sich bei ihm auszuruhen. So auch diesmal.
Doch als er am dritten Morgen gerade noch einmal genüsslich herumdrehen und ausschlafen wollte, stürzte Archie herein.
„Wach auf“, rief er und schüttelte Herkules.
„Was ist denn los“, brummte der, noch ganz verschlafen.
„Ich habe Angst. Ich weiß nicht warum, aber ich kann heute nicht in den Zirkus gehen. Auf allen Plakaten ist meine neue Seilnummer angekündigt. Aber ich kann nicht auf dem Seil tanzen. Ich falle bestimmt herunter.“
„Unsinn“, sagte Herkules. „Seit Jahren tanzt du daheim auf dem Seil und bist noch nie heruntergefallen. Was ist los mit dir?“
„Ich weiß nicht“, klagte Archie. „Irgendwie trau` ich mich heute nicht. Das Seil ist so hoch. Es geht bestimmt schief.“
„Nun beruhige dich erst mal. Ich glaube, ich weiß, wie ich dir helfen kann“, tröstete ihn Herkules, dessen kleines Flohgehirn bereits auf Hochtouren zu arbeiten begann. „Wir werden eine Schnur um deinen Bauch binden, die das Publikum nicht sehen kann. Ich werde mich im Dach des Zirkuszeltes verstecken und die Schnur halten. Sobald du ins Schwanken gerätst, werde ich daran ziehen und dich wieder aufrichten.“
Archie war erleichtert. Und als er abends mit seinem Bruder ins Zirkuszelt ging, fühlte er sich so gut wie schon lange nicht mehr. Herkules machte sich an Archies Bauch zu schaffen und kletterte dann hoch hinauf, bis unter die Kuppel des Zeltes. Archie tanzte und hüpfte auf seinem dünnen Seil. Und je erschrockener wie Zuschauer dreinsahen, desto gewagter wurden seine Kunststückchen. Tosender Beifall brach los, als er schließlich die Manege verließ.
„Deine Idee war großartig“, rief Archie begeistert, als er Herkules herbeikommen sah. „So gut wie heute abend war ich noch nie. Und das Seil, mit dem du mich gehalten hast, war so dünn, dass ich selbst nicht einmal gesehen habe.“
„Das wundert mich nicht“, entgegnete sein Bruder. „Da war nämlich gar kein Seil. Ich habe dich überlistet. Du hast alles ganz alleine gemacht.“
„Du hinterlistiger Geheimdienstfloh!“ schrie Archie entsetzt. „Wenn ich nun heruntergefallen wäre? Ich hätte mich zu Tode stürzen können.“
„Oh nein“, beruhigte ihn Herkules. „Schließlich bist du ein Floh und kannst prima springen. Außerdem hast du den Seiltanz sehr lange und sehr gut geübt. Ich wusste, dass du es schaffen würdest, sobald du dich wieder beruhigt hattest. Jeder bekommt mal Panik. Ich auch. Aber man kann damit fertig werden. Das hast du dir selbst bewiesen heute abend. Wetten, dass du von nun an nicht mehr so schnell in Panik gerätst?“
Von dem Tag an hatte Archie richtig Spaß an seiner Arbeit. Zwar hatte er manchmal noch ein bisschen Angst, wenn er das Seil so hoch dort oben sah- aber er wusste ja: Ich kann`s!
Und was Herkules betrifft: Er verschwand einfach eines Morgens. Vermutlich hatte er einen neuen Auftrag vom Geheimdienst bekommen.



Superfrosch

Im Heizungsraum unter der Kirche lebte ein Frosch namens Karl. Karl hatte die Aufgabe, den Pfarrer am Samstag daran zu erinnern, dass er die Heizung einschaltete- damit die Kirche am Sonntag warm war. Wenn die Leute kamen. Wenn der Pfarrer das vergaß, hüpfte Karl durch den Briefschlitz ins Pfarrhaus, ließ sich auf die Fußmatte fallen und quakte so lange, bis der Pfarrer aufstand und mit ihm hinüberging zur Kirche.
Viel tat Karl also nicht.
Eines Tages langweilte er sich so sehr, dass er beschloss, in einen Bus zu springen und ins Kino zu gehen. Er kam gerade recht zu »Superman«.
„Das wäre toll“, dachte er, „wenn ich so sein könnte wie der! In der einen Minute führt Superman ein ganz normales Leben und in der nächsten kann er tun und lassen, was er will. So möchte ich auch sein!“
Er reckte seinen Kopf in die Höhe, blies die Backen prall auf und sagte sich: „Ich habe es satt, immer der langweilige Karl vom Heizungskeller zu sein. Ab jetzt an bin ich Superfrosch!“
Den ganzen Heimweg über stand er aufrecht im Bus, blickte den anderen Fahrgästen direkt in die Augen und quakte flüsternd, aber im Brustton der Überzeugung: „Superfrosch- Ich kann alles!“
Als er in seinen Heizungskeller zurückgekehrt war (und immer noch das Zauberwort „Superfrosch“ vor sich hinquakte), setzte er sich auf sein Lieblingsrohr und dachte nach. „Was tut man als Superfrosch? Hm. – Ich weiß, ich singe im Chor mit.“ Das hätte er nämlich schon seit längerem gerne gemacht- nur hingetraut hatte er sich bislang nicht.
An diesem Nachmittag wagte er sich zur Chorprobe, ganz zufrieden mit sich selbst. Mutig ließ er seine Stimmer prüfen. „Sing mal diese Note“, sagte der Chorleiter. Ein schriller Quäkton hallte durch den Raum. „Versuch es mal etwas tiefer.“ Und Karl quakte im Bass. „Das hört sich an wie eine Hupe“, meine grinsend ein Chormitglied. Karl gab noch nicht auf. Aber wie hoch oder tief er seine Töne auch anstimmte, es wurde nie mehr als ein blechernes „Quak“ daraus.
Als Karl schließlich mit rotem Gesicht die Treppe zu seinem Heizungskeller hinunterhüpfte, fühlte er sich beschämt. „Ich kann nicht singen“, bedauerte er sich selbst, „ich bin zu nichts nütze.“ Und eine große Träne kullerte über sein dickes Froschgesicht.
In diesem Augenblick ging Ignatius, die Kirchenmaus, an der Tür vorbei. Als er ein verdächtiges Tropfen aus Karls Zimmer hörte, klopfte er an die Tür, steckte den Kopf hinein und fragte vorsichtig: „Was ist los, Karl? Ist alles okay?“
„Mir ist langweilig“, schluchzte Karl, „und darum habe ich beschlossen, etwas Neues zu machen. Ich bin in den Chos gegangen. Aber sie konnten mich nicht gebrauchen. Ich kann nicht singen, sagen sie. Ich tauge zu nichts.“
„Red keinen Quatsch“, sagte Ignatius, „nur weil du nicht singen kannst. Jeder kann irgend etwas. Erinnerst du dich noch an Octopussi, den Tintenfisch? Weißt du noch, wie fertig der war, als sie ihn nicht ins Ballett gehen ließen? Bis wir ihm geraten haben, doch statt dessen zum Ringen zu gehen- wo er seitdem mit seinen langen Armen fast jeden Kampf gewinnt. Denk doch mal nach, was kannst du denn besonders gut?“
„Alles, was ich kann, ist hüpfen“, meinte Karl noch nicht sehr überzeigt, „hüpfen und quaken. Und wofür soll das schon gut sein? Ich...“ plötzlich hielt er inne. Er sah wie jemand mit einem dicken Gegenstand unter dem Arm auch der Kirche schlich. Mit einem Satz sprang Karl dem Dieb an den Hals, rutschte ab- und landete im Silberpokal des Chors.
Es hallte dumpf, als der Dieb den Deckel des Pokals zuknallte. Was sollte Karl tun? Er saß im Inneren des Pokals in der Falle und der Dieb rannte mit ihm davon.
Karl atmete tief durch. Dann blies er seine grüngefleckte Brust auf, so weit er konnte, und quakte schauderlich.
Der Dieb hielt zu Tode erschrocken inne. Dann warf er den Pokal zu Boden, als ob er sich die Finger verbrannt hätte, und rannte davon. Wer will schon mit seiner eigenen Alarmanlage im Haus herumlaufen!
„Gott sei Dank!“, sagte der Chorleiter wenig später zu Karl, „dass du besser als alle anderen springen kannst und eine Stimme hast, die wie eine Schiffsirene klingt. Als Zeichen unsere Dankbarkeit werden wir dich zum Ehrenmitglied unseres Chors machen. Du kannst jeden Sonntag mit uns in der Kirche sitzen, bekommst eine Halskrause wie alle anderen und einen ganzen Stapel Notenhefte. Tu uns nur bitte den Gefallen und singe nicht.“ Karl war überwältigt vor Freude. Von diesem tag an ging er jeden Sonntag in die Kirche, setzte sich zu den Sängern und sang still vor sich hin. Und wer ganz genau hinhörte, konnte manchmal ein unpassendes Quaken vernehmen.



Brödelbard und Klecks

Brödelbard kuschelte sich gerade in die Arme von Peter, der kleine Junge, dem er gehörte. Er fühlte sich wohl, denn draußen war es bitter kalt und Peters Arme hielten ihn mollig warm. Immer, wenn er sich so wohl wie in dieser Nacht fühlte, bescherte er Peter einen schönen Traum. Dies tat er, indem er sich eine schöne Geschichte ausdachte und sie an Peter ´sendete´.
(Ja, Du hast schon verstanden, er sendete Peter einen Traum. Irgendwer muss das ja erledigen und nun weißt Du auch, wer für die Träume verantwortlich ist: Die Teddybären. Also weiter...)
Diese Nacht sendete er ihm einen Traum von dem Bauernhof, wo er mit seinen großen Menschen, die er "Mama" und "Papa" nannte, den Tag über gewesen ist, da er wusste, dass es Peter dort gefallen hatte und er sich über einen solchen Traum sehr freuen würde.
Während er Peter diesen Traum sendete, dachte er über sein eigenes Leben nach und stellte dabei fest, dass es, verglichen mit dem eines Menschen, doch recht öde, wenn nicht gar saulangweilig ist. Menschen können überall hin, wenn sie es nur wollen. Sie können Sachen machen, zu denen er gar nicht fähig wäre. Doch er stellte fest, dass das, was er am meisten vermisste, Freunde und Bekanntschaften sind. Als Teddybär konnte Brödelbard gerade mal steif auf dem süßen, kleinen, schnuckeligen Bettchen (wie sehr er es doch hasste!) von Peter sitzen und darauf warten, dass ihn mal jemand hoch nahm und ihn ein wenig knuddelt. Manchmal kommt auch ein Mädchen herein, die ihn dann in die Hand nahm und zu Peter sagte dass er seinen Teddybären nie wiedersehe. Brödelbard ließ dieses Spiel inzwischen recht gelassen über sich ergehen, aber Peter fiel immer noch auf den alten Trick herein und brach jedesmal sofort in Tränen aus, woraufhin eines der größeren Menschenwesen hereinkam und das kleine Mädchen ausschimpfte. Kurz danach saß er dann wieder steif auf dem süßen, kleinen, schnuckeligen Bettchen und starrte verdrossen Löcher in die Luft.
Ja, er beneidete Peter wirklich. Bald würde sich Peter für Mädchen interessieren und neue interessante Dinge kennenlernen.
Wie sehr er doch auch gerne andere Teddybären kennenlernen würde.
Er konnte sich zwar auch bewegen, aber das nur, wenn es den Menschen nicht auffiel und das war meistens immer nur dann, wenn sie schliefen. Ansonsten musste er die ganze Zeit regungslos in der gleichen Stellung verharren.
In dieser Nacht beschloss er, sich auf die Suche nach anderen Wesen seiner Art zu machen. Zunächst galt es, sich aus Peters Armen zu befreien. Aber das war kein Problem für einen Teddybären. Er sendete Peter kurz einen Traum von seiner Mutter und schon breitete Peter im Traum sowie auch im Bett die Arme aus, um sie zu umarmen.
Dieser Trick funktionierte immer, wusste Brödelbard glücklicherweise, denn er hatte ihm einmal das Leben gerettet, als Peter ihn so doll an sich herandrückte, daß ihm bald die Nähte geplatzt wären. Auch dieses mal konnte er sich damit aus den Armen von Peter befreien und stolperte unbeholfen zum Rande des Bettes, wo er zum ersten mal feststellte, wie hoch das Bett eines kleinen Jungen doch für einen noch kleineren Teddybären sein kann, wenn er auf sich alleine gestellt ist. Aber da Brödelbard ein sehr heller Teddybär ist, also, helle im Sinne von klug, zupfte er sich einfach solange die Bettdecke von Peter zurecht, so dass er an ihr das Bett herunterklettern konnte. Nach dieser Strapaze unten angekommen, setzte er sich erst einmal hin, um zu verschnaufen. Dabei schaute er sich im Zimmer um und stellte fest, dass er in diesem Zimmer wohl der einzige Teddybär war. Da gab es natürlich noch die große Tür, durch die er manchmal getragen wurde, wenn es zum Bauernhof oder sonst einem Ausflug ging. Er wusste, dass hinter der Tür der "Flur" lag. Aber mehr wusste er nicht, da er immer nur Peters Pullover sah (und zu seinem Kummer auch roch!), an den er gedrückt wurde, wenn es zu einem Ausflug ging.
Also machte er sich auf den Weg zur Tür. Nach einem langen Marsch dort angekommen, stellte er fest, dass diese glücklicherweise nicht ganz verschlossen, sondern nur angelehnt war. Das genügte aber, um Brödelbard an den Rand der Verzweiflung zu bringen, denn wie sollte er die Tür mit nur einer TS (Teddybären-Stärke) aufbekommen? Glücklicherweise war er auch ein aufmerksamer Teddybär und so erinnerte er sich an das Hebelgesetz, das er in der Teddybärenakademie gelernt hatte (denn ein jeder Teddybär muss die Teddybärenakademie besuchen, da er ja neben der Ethik eines Traumes auch mit der Technik des Traumbaus vertraut gemacht werden muss). Er holte das Lineal, das er auf dem Weg zur Tür unter dem Bett erspäht hatte und das Peter schon wie verrückt in den letzten Tagen gesucht hatte, und schob es vorsichtig durch den Türspalt, um auch ja keine Geräusche zu machen. Dann stemmte er sich mit aller Teddykraft gegen das Lineal und bezwang so das Trägheitsgesetz.
Endlich konnte er den "Flur" betreten und neue Freunde finden und kennenlernen. Mit lockeren 3 Schritten überquerte er die Türschwelle und stand im "Flur". Jetzt ist es soweit, dachte er sich, gleich werde ich andere Teddys sehen. Naja... vielleicht nicht gleich..., dachte er sich, als er nach einiger Zeit des Wartens immer noch keinen sah.
Aber da er ja ein gescheiter Teddybär war, machte er souverän und selbstsicher auf sich aufmerksam. "Hallo?", stotterte er in die Dunkelheit hinaus und schritt dabei weiter in den Raum hinein. Ja, gleich werden sie ihn hören und zu ihm kommen, da war er sich ganz sicher. Mit zunehmender Zuversicht schritt er weiter in den Raum hinein, begleitet von mehreren "Hallo"s, die er von Zeit zu Zeit ausstieß. Anfangs erklang sein "Hallo" noch recht zaghaft und ängstlich, doch legte sich dieses Gefühl bald und wich der Sicherheit, gleich erhört zu werden, so dass sein "Hallo" mehr und mehr an Kraft gewann.
Schließlich, nach ungefähr 500 "Hallo"s wich auch dieses Gefühl einem anderen, und zwar der Resignation. Doch da er ein willensstarker Teddybär war, gab er nicht auf und rief immer wieder nach den anderen Teddybären, die hier doch irgendwo sein mussten. Schließlich verschwand auch das Gefühl der Resignation und wich wiederum einem anderen, der Langeweile. Als die Langeweile dann vollkommen von seinem Teddykörper Besitz ergriffen hatte, machte er sich auf, den Raum einmal ganz zu erkunden. (Denn er war auch ein sturer Teddybär, und so dachte er sich, dass die Teddys, die er suchte, ja auch taub sein könnten... er war auch ein saublöder Teddybär.)
Während er in die Dunkelheit hineintapste, stieß er plötzlich gegen etwas, so dass er rückwärts auf seinen kleinen, süßen, schnuckeligen Teddyarsch fiel. Den rieb er sich, als er wieder aufstand, nicht weil er weh tat, sondern weil das bei einem Teddy recht putzig aussieht und er war ein putziger Teddy. Als er näher an seinen Feind herantrat, sah er, dass es ein Teppich war, der mitten im "Flur" lag und ihm den Weg versperrte. Also kletterte er mit einigen Mühen auf den Teppich hinauf, denn ein Teppich kann für einen Teddy schon ein gewaltiges Hindernis darstellen, aber unser Teddy war ein kräftiger Teddy.
Jedenfalls schaffte er auch dieses Hindernis und nachdem er es überquert hatte, hüpfte er auf der anderen Seite wieder herunter. Nach ein paar wenigen Schritten stellte er fest, dass er endlich die andere Seite des Raumes erreicht hatte und wieder vor einer großen und glücklicherweise weit offenen Tür stand. Doch schnell bemerkte er, dass es hier wohl auch keine Teddys geben würde, denn er befand sich in der Küche. Hier gab es nur Aua-Sachen, wie Messer, Gabeln und andere Gegenstände, die einen Teddy gemeinerweise aufschlitzen konnten. Sein kleines Watteherzchen schlug auch auf der Stelle schneller und so befahl er seinen kurzen Stummelbeinchen alles zu geben, um so schnell wie möglich aus diesem Gruselkabinett zu verschwinden.
Wieder im "Flur" schritt er an der Wand entlang, in der Hoffnung, vielleicht noch eine Tür zu finden, denn die Hoffnung, im "Flur" andere Teddys zu finden, hatte er endgültig aufgegeben. Und siehe da, er kam an eine weitere Tür, die ebenfalls offenstand. In dem zur Tür gehörigen Raum lagen allerdings die zwei großen Menschen und von denen wusste er, dass sie nichts mit Teddys anfangen konnten und daraus schloß er, daß er in diesem Raum wohl auch wenig Aussichten auf Spielkameraden hatte. Erwähnte ich schon, dass Brödelbard ein kluger Teddybär war? Naja, er war jedenfalls einer.
Also machte er sich erneut auf seine Suche nach einer Tür, hinter der sich andere Teddybären verbergen würden. Es dauerte allerdings noch ein Weilchen, bis er die richtige traf, denn die nächste war verschlossen, die darauf beherbergte nur einen Stuhl aus Stein. Der Geruch, der daraus hervorstieg, erinnerte ihn allerdings an Peter, wenn er seine "Mama" angrinste und "die Hosen voll" hatte.
Brödelbard vermutete, dass sich wohl bei dem Gestank auch dort keine Teddys freiwillig aufhalten würden und stapfte der nächsten Tür entgegen. Dort entdeckte er das Badezimmer, wo sich die großen Menschen immer wuschen und Peter immer schrie, wenn er gebadet wurde. Auch dort würden keine sein, denn Teddybären brauchen sich nicht zu waschen. Man steckt sie ab und zu einfach mit in die Waschmaschine und fertig.
Als Brödelbard schließlich vor der letzten Tür stand und durch den Spalt trat, waren seine Träume von Freunden fast nur noch eine schwache Erinnerung an eine Hoffnung, die er schon aufgegeben hatte. So betrat er also das letzte Zimmer und rief gelangweilt "Hallo!", worauf er schon keine Antwort mehr erwartete, sondern nur die vertraute Stille, die ihn jede Nacht umgibt und zu seinem einzigen Freund geworden war. Doch als er seinen knuddeligen und putzigen Körper wieder zum Gehen wandte, antwortete ihm eine Stimme "Hhheee??" Es war eine sehr verschlafene Stimme. Doch Brödelbards Miene hellte sich sofort auf, Heiterkeit erfüllte sein schon erwähntes Watteherzchen und er war sich sicher, endlich die lang gesuchten Freunde gefunden zu haben. "Hallo", rief er, "hier ist Brödelbard, ich...". Weiter kam er nicht, denn plötzlich brach die Stimme in schallendes Lachen aus und andere Stimmen fielen mit ein. Eine brüllte, "BRÖDELBARD?" und verfiel in noch lauteres Lachen, eine andere brachte keuchend "Selten dämlicher Name!!" hervor, bevor auch sie erneut in einen Lachkrampf verfiel. So ein großes Chaos hatte Brödelbard nicht erwartet und hätte einen knallroten Kopf bekommen, hätte er einen bekommen können.
Also zog er sich in eine Ecke des dunklen Zimmers zurück und setzte sich erst einmal auf seinen knuffigen Popo. Während er dort über seine Einsamkeit weinte und jämmerlich das Köpfchen hängen ließ, tippte ihm eine Plüschhand von hinten auf den Rücken. Das Schlimmste befürchtend schreckte er sofort zurück und zog schützend seine Hände vor den Kopf, und als er bemerkte, daß das Wesen, was sich ihm so lautlos von hinten genähert hatte, ein Teddybärenmädchen war, dazu noch ein sehr gutaussehendes, versuchte er die schützende Bewegung seiner Hände in ein cooles "durch die Haare fahren" zu verwandeln, was jedoch recht ungeschickt ausgesehen haben musste, denn ein kleines, verkniffenes Grinsen konnte auch das Teddybärenmädchen nicht verstecken. - Die anderen Plüschwesen dagegen nutzten natürlich diese Chance, um wieder lauthals loszugröhlen und um ihn erneut zu verhöhnen.
"Hallo, ich bin Klecks.", hauchte Klecks.
"Um, freut... ich... Brödelbard", stammelte Brödelbard als er ihre tiefblauen Augen entdeckt hatte und wurde von einer erneuten Lachsalve aus der Dunkelheit unterstützt.
"Achte nicht auf die anderen, die wollen Dich nur ärgern, Blödelsarg."
"Brödelbard.", verbesserte er sie, "Aber...", fing er an, wurde dann aber von seiner Männlichkeit am Weitersprechen gehindert, als sein Blick auf ihre wohlgeformten... Ohren fiel.
Dann über ihre kleine, schwarze Stupsnase wanderte, den pelzbenähten Hals hinunterfuhr und schließlich am Ausschnitt ihres raffinierten Oberteiles hängen blieb.
"Aber WAS?", forderte sie ihn auf, weiterzusprechen.
"Uurgs." Peinlich entlarvt rang er nach Worten. "... aber... wollen.... wir nicht woanders... hingehen.... wo wir ungestört sind?“ brachte er hervor und fand sich sehr direkt, doch zu seiner Verwunderung stimmte sie ihm zu. (JETZT, geneigter Leser, setzte nämlich ihre Weiblichkeit ein, die in seinen Augen, die die Sinnlichkeit der Nacht versprachen, versank und sich an seinen muskulösen Körper heftete. Doch weiß unser kleiner Frauenheld noch nichts von ihren Gefühlen, so wie sie noch nichts von seinen Gefühlen weiß, sie aber beide hoffen, dass er sie und sie ihn... und darum ist das ja sooo spannend!)
Also schlichen sie sich unter einem Pfeifkonzert aus dem Zimmer und gingen ins Badezimmer. Für beide war es ihr erstes Rendezvous und Brödelbard hätte auf dem Weg liebend gerne ihre Hand ergriffen, doch schließlich im letzten Moment seine eigene immer wieder zurückgezogen.
Im Bad angekommen, kletterten sie an einem Handtuch bis auf den Rand der Badewanne und sprangen dann todesmutig ins Innere der Wanne. Da sie aber Teddybären waren und keine Knochen hatten, die sie sich hätten brechen können, rappelten sie sich unten angekommen unversehrt wieder auf. Zunächst folgte eine lange Zeit des Schweigens, während sie sich tief in die Augen blickten und Brödelbard schließlich nach Worten rang.
"Du... bist die Erste, die so nett zu mir ist... überhaupt bist Du eigentlich die Erste, die mit mir spricht.", fiel ihm auf.
"Warst Du denn so lange ganz alleine?", fragte sie ihn mit einem Blick, der sein kleines Watteherz zum Schmelzen brachte und ihn ganz seiner Worte beraubte, so dass er sie einfach auf den Mund küsste. Von seiner Kühnheit und den Gefühlen, die sich in seinem Bauch zusammenbrauten, selbst überrascht, stiegen ihm die Tränen in die Knopfaugen... Tränen in die Knopfaugen? Nein, es war ein Tropfen, der vom Wasserhahn über ihnen herunterträufelte. Klecks jedenfalls fand seine Antwort gar nicht so schlimm, wie er annahm und erwiderte seinen Kuß, indem sie sich an ihn schmiegte, ihn in den Arm nahm und feste drückte, was ihm wiederum Kraft für einen zweiten Kuß gab... nach einigen weiteren Küssen, Umarmungen und Blickwechseln nahm sich Brödelbard allen Mut zusammen und öffnete langsam und zärtlich ihr Oberteil, wobei er sorgsam darauf achtete, nicht plump oder aufdringlich zu wirken. Sie fand ihn ganz und gar nicht aufdringlich, wie er feststellte, denn ihm Gegenzug knöpfte sie ihm sein kariertes Baumfällerhemd auf und strich ihm zärtlich über seine behaarte Brust und seinen behaarten Rücken. Als Brödelbard dann auch schließlich die komplizierte Technik ihres BH´s verstanden und überflüssig gemacht hatte, knabberte sie inzwischen schon fordernd an seinem Ohr.
Hier soll nun für uns der Moment gekommen sein, wo wir die beiden mit ihrem Glück alleine lassen. Es sei nur erwähnt, dass dies nicht die letzte Nacht gewesen sein sollte, wo sie sich aus ihren Zimmern hinausgeschlichen haben und sich im Badezimmer getroffen haben, denn noch am ersten Abend griff Brödelbard an ihr Ohr und fummelte den Steiff-Knopf aus ihrem Ohr und sie tat das gleiche bei ihm, worauf sie ihre Steiff-Knöpfe tauschten. Denn wenn zwei Teddybären ihren Knopf im Ohr tauschen, dann bedeutet das, dass sie sich ganz doll lieb haben.




Wann gehst du schlafen, kleiner Bär?

Boris, der kleine Braunbär, tobt vergnügt im Garten umher. Er wälzt sich in den bunten Blättern, die von den Bäumen gefallen sind . "Hallo Boris", ruft ihm das Eichhörnchen zu. "Merkst du nicht, daß der Winter kommt? Bären wie du schlafen doch im Winter!"
Boris geht ins Haus. Richtig, Zeit zum Schlafengehen. Boris seufzt. Mmmhh.... Aber ich bin doch noch gar nicht fertig! Mein Bett ist noch nicht gemacht, und ich muß erst noch aufräumen! Und außerdem...... die Maus ist mir ständig im Weg!
Boris geht in die Küche. "Bevor ich schlafen gehe, muß ich noch etwas essen", sagt Boris zu sich. "Ich hab ein bißchen Hunger." "Hände weg!", ruft die Maus. "Der Honig gehört mir!" Gefräßiges kleines Ding, denkt Boris und fragt höflich: " Bekomme ich wenigstens den Rest vom Löwenzahnsirup?" "Fast hätte ich es vergessen", ruft Boris. "Ich muß meinen Freunden im Garten ein Futterhaus bauen. Versprochen ist versprochen. Das muß ich auf jeden Fall noch erledigen, bevor ich schlafen gehe."
"Hallo Boris!" Am Gartenzaun steht der alte Wolf mit einem Korb voll Lebensmittel. "Brauchst du auch noch Vorräte für den Winter?" fragt er. "Ich habe einen leckeren Kuchen und ganz frische Butter." " Ich brauche nichts", sagt Boris und macht sich eilig wieder an die Arbeit.
"Ach ja", sagt Boris. " Jetzt muß ich wirklich schlafen gehen. Aber vorher will ich noch einen Gruß an meine Freunde schreiben. Es dauert so lange, bis ich sie alle wiedersehe!"
Zuerst schreibt Boris an die Maus:
Liebe Maus, ich lade dich ganz herzlich zu meinem Frühlingsfest ein. Bis dann! Gruß Boris
Das Eichhörnchen und die Maus fangen schon an, den Weihnachtsbaum zu schmücken.
"Ich weiß", sagt Boris, "es wird höchste Zeit, daß ich schlafen gehe. Aber vorher will ich lieber noch bei der Wetterstation anrufen. Vielleicht wird es ja ein sehr kalter Winter. Dann muß ich dicke Socken anziehen und meinen warmen Schlafanzug heraussuchen, damit ich im Bett nicht friere!"
"Ich gehe sofort ins Bett, ganz bestimmt! Und.....äh.... hebt meine Weihnachtsgeschenke auf! Vielleicht schenkt mir jemand ein Glas Honig? Die Maus hat doch alles aufgegessen!"
Ahh! Endlich im Bett! Boris reibt sich die Augen. "Die Tür ist zu, meine Zähne sind geputzt....Warum kann ich bloß nicht einschlafen? Vielleicht hilft es, wenn ich Schäfchen zähle:
Eins, zwei, drei, das vierte springt vorbei.
Fünf, sechs, sieben, wo ist der Rest geblieben?
Acht, neun,zehn.........."
Nein, das hilft auch nicht.
Der Mond scheint vom Himmel genau ins Fenster herein. Sein Lichtstrahl kitzelt Boris an der Nase. Boris steht noch einmal auf und wirft einen Blick aus dem Fenster.
Am dunklen Nachthimmel sieht Boris die helle Mondsichel und unzählige Sterne. "Gute Nacht", ruft er leise. " Gute Nacht, lieber Mond. Fällst du auch nicht vom Himmel, während ich schlafe?"
Und da antwortet der Mond ganz leise, so leise, daß es nur kleine Bären hören können:
Schlaf ein, kleiner Bär, ich bleibe hier stehn, drum kannst du ruhig schlafen gehn. Und über uns allen hält einer Wacht, der Vater im Himmel, der uns all gemacht. Schlaf ein, kleiner Bär, gute Nacht!
Boris winkte dem Mond noch einmal zu.........
Und dann kuschelte er sich unter seine Bettdecke. Es dauerte nicht lange, da ist Boris fest eingeschlafen.
Schlaf gut, kleiner Bär!



Die kleine Maus

..eine kleine Maus. Sie fühlte sich manchmal einsam und so entschloss sie sich, sich auf den Weg zu machen. Sie zog aus, das große Glück zu suchen.
Die kleine Maus war schon lang unterwegs und hatte auf ihrer Reise viele Frösche geküsst. Doch den ersehnten Prinzen fand sie nicht.
Mittlerweile war Winter im Land der kleinen Maus eingekehrt und noch immer hatte sie das so sehr ersehnte Glück nicht gefunden.
Doch plötzlich, an einem bitterkalten, stürmischen Tag lief ihr ein frierender aber trotz allem gut aussehender Hase über den Weg.
Die kleine Maus hatte eigentlich gar keine Zeit, denn sie musste ja weiter suchen. Aber da sie ein großes Herz hatte, entschloss sie sich, den Hasen zu sie einzuladen und ihm warmen Tee zu kochen.
Zu hause angekommen bot die Maus dem Hasen erstmal eine Decke an und setzte anschließend das wasser für den tee auf.
Nun saßen die beiden in der Mäuseküche und unterhielten sich, über dieses und jenes. Und schließlich fragte der Hase die Maus was sie denn an so einem kalten Tag draussen gesucht hätte.
"Die kleine Maus wurde etwas verlegen. Vor lauter Verlegenheit lief ihr kleines Mäusegesicht rot an. Immer wieder senkte sich ihr Blick zu Boden.
Der Hase sah die kleine Maus an und sie tat ihm schrecklich leid. Er hoppste von seinem Stuhl hinunter, der ihm ohnehin viel zu klein war, da er ja in einer Mäuzsewohnung war. Mit zwei Hoppelschritten war er bei der Maus. Er legte ihr den Armum die Schulter und flüsterte beruhigend in ihr Ohr:
"Kleine Maus, du musst dich nicht schämen. Egal, weshalb du da draußen warst, das alles ist nebensächlich. Wichtig ist nur, dass du dort warst und dass wir einander begegnet sind. Du bist ein sehr hilfsbereites kleines Mäuschen, danke, dass du dich so lieb um mich gekümmert hast, als ich kalt hatte. Der Tee ist asugezeichnet, darf ich dich fü morgen abend zum Essen einladen?"
Vor lauter Freude wurde die Maus noch röter und ihre Schnurrbarthaare wackelten hin- und her, weil die Maus so sehr grinste. In ihrem ganzen Leben war sie noch nie so glücklich gewesen. Sie wusste nicht wieso, aber in der Umarmung des Hasen hatte sie sich geborgen gefühlt. Deshalb sagte sie ganz schnell freudestrahlend zu. Der Hase verabschiedete sich kurz darauf mit einem Küsschen auf die Mäusewange von ihr, denn es wurde dunkel und er wollte vor Einbruch der Dunkelheit zu Hause sein. Die Maus legte sich kurze Zeit später in ihr Bettchen, strich die Decke glatt und schloss die Augen. Hinter ihren geschlossenen Augenlidern konnte sie den Hasen sehen, seine Ohren, sein weiches Fell. Sie kuschelte sich tiefer in ihre Decke ein und vermochte die Wärme des Hasen zu spüren.
Als sich der Hase in sein Bett legte, benötigte er lange zum Einschlafen. Denn vor seinen Augen geisterte eine Maus. Nein, nicht eine Maus, sondern die Maus. Er freute sich auf das morgige Essen.
Nachdem beide wenig geschlafen hatten, holte der Hase seine Maus ab, da sie ja nicht wusste, wo er wohnt. Zur Begrüßung brachte er ihr einen Straus mit. Da es Winter war,hatte er immergrüne Stechpalmenzweige gepflückt und diese zusammengebunden.
Die Maus freute sich sehr über den Straus. Beim Hassen angekommen, unterhielten sie sich während des Essens über dies und jenes, und die Maus beichtete ihm auch, wieso sie am vorigen Tag so spät noch draußenunterwegs gewesen sei.
Der Hase gestand ihr, dass auch er nach dem einen Wesen gesucht hatte, welches sein Herz schneller schlagen ließe. Doch er sagt auch, dass er jetzt nicht mehr zu suchen brauche. Er stand auf und kniete sich neben den Stuhl der Maus. Er bat sie die Augen zu schließen, und hob sie sanft von ihrem Stuhl. Mit seinen zarten Lippen berührte er ganz kurz und sanft ihr Mündchen und flüsterte ihr dann ins Ohr, dass sie diejenige gewesen sei, die er gesucht habe. Dass er keine wolle außer ihr und dass er sich in sie verliebt habe.
Vor lauter Rührung fingen die Augen des Mäuschens an zu tränen und das kleine Mäußchen reckte seinen Mund zu dem des Hasens emporund küsste ihn.
"Ich habe mich auch in dich verliebt", sagte es zaghaft, da es immer noch nicht glauben konnte, endlich den richtigen Partner gefunden zu haben.
Von da an lebten Maus und Hase in einer glücklichen und erfüllten Partnerschaft und im darauffolgenden Jahr heirateten sie auf einer Waldlichtung.
Sie lebten glücklich und heiter mit ihrer großen Familie. Und jeden Winter kocht die Maus ihrem Mann einen Tee, worauf er seiner Frau am nächsten Tag einen Stechpalmenzweig mitbringt.



Die Verschönerung des Lebens

Ein Ei, tausende von Spermien und am Ziel angekommen nur einer, der den heißbegehrten Logenplatz im Stadion nach einer harten Schlägerei ergattert. Zwei Menschen, deren Körper im Akt der Liebe zerschmelzen und so einem neuen Menschen das Leben schenken. So, oder jedenfalls so ähnlich, vollzieht sich dieses Spiel täglich in den Schlafzimmern unserer Erdbewohner. So auch bei meiner Entstehung, bis ich eines Tages in einem Reagenzglas aufwachte, umringt von Wissenschaftlern und Ärzten. Zwei, drei kleine Piekser und schon war alles wieder vorbei. Zunächst spürte ich noch nichts, doch kurz darauf umringte mich ein Gefühl von ungeheurem Wissen und Erfolg. Meine Eltern ließen mich damals im Labor genmanipulieren oder, wie sie es nannten „verschönern“, damit ich später ein erfülltes Leben haben werde. Sie wollten mich nicht verändern oder manipulieren, denn sie liebten mich so, wie ich bin, was sie mir immer wieder versicherten. Ihrem „Babybuh“ wollten sie es nur etwas leichter machen in diesem harten Leben. Nach dieser Verschönerung pflanzten sie mich wieder in meinen gemütlichen Mutterkuchen um, indem ich aber nur drei Monate hausen konnte, was ich zu tiefst bedauerte. Keine Miete, das leckerste Essen aus aller Welt, keine Strom-, Wasser-, oder Telefonrechnung, wo bekommt man heutzutage denn noch so eine Unterkunft? Der Grund, wieso ihr Babybuh schon so früh aus ihr ausziehen musste war folgender: Meine verschönerte Entwicklung. Bereits mit drei Tagen wurden Wurzelgleichungen und andere derartige Mathematikaufgaben für mich zum reinsten Kinderspiel und mit einem Monat schaffte ich es sogar, ohne fremde Hilfe alle Nachkommastellen der Zahl Pi auszurechen. Sechs Wochen später verfasste ich meine erste Autobiographie, ohne Fehler der Zeichensetzung oder Grammatik, die ich jedoch nie veröffentlichte, weil ich sie im Umzugsstress im Mutterkuchen vergaß. Mit drei Monaten war ich bereits voll funktionsfähig und konnte schlüpfen. Meine Eltern waren völlig aus dem Häuschen und dankten den Ärzten für ihre gute Arbeit. In den nächsten Tagen gedieh ich prächtig und lernte bald laufen, sprechen und das ganze andere langweilige Zeug. Wie ihr euch sicher denken könnt war Schule für mich kein Thema, mit 10 hatte ich mein Abitur und mit 14 meinen Doktor in Physik und allen anderen Naturwissenschaften der Welt. Ich dachte oft darüber nach wieviel Geld meine Eltern für meine Intelligenz bezahlt hatten, aber es muss eine beachtliche Summe gewesen sein, wenn ich nicht schon vorher so unglaublich schlau gewesen war. Vielleicht habe ich es noch nicht erwähnt, aber mein Vater bestand darauf, dass ich seine besten Eigenschaften erbe: Arroganz, Selbstverliebtheit und Hochnäsigkeit. Dies waren neben meiner Schlauheit übrigens die einzigen Charakterzüge, die meine Persönlichkeit ausmachten. Wobei wir auch schon beim Thema wären. Ich war immer der Beste gewesen, in allem ergatterte ich den ersten Platz und bekam den höchsten Lohn. Ich war reich, reich an Geld, reich an Immobilien und reich an schicken Autos, doch eines, das hatte ich nicht. Weder Freunde, noch Bekannte, geschweige denn Familie, konnte ich zu meinen Besitztümern zählen. Ich hatte alles was man sich kaufen konnte, ich wusste alles, was es zu wissen gab, aber Liebe fühlte ich nie. Noch nicht einmal Zuneigung konnte meine verstümmelte Seele empfinden. Mein Herz war für mich nur ein Muskel, mit Blut gefüllt, der sich in regelmäßigen Abständen zusammen- und wieder auseinanderziehen konnte. Schon viele einsame Nächte habe ich alleine in meinem Landgut verbracht. Um genau zu sein war ich mein ganzes Leben lang alleine. Meine Eltern starben, als ich zwei war und ich musste mich fortan alleine durchbringen. Im Fernsehen sah ich viele Filme über die Liebe und Gefühle, dass ich eine solche Sehnsucht danach bekam so etwas auch zu spüren. Dem Menschen, der mir seine Empfindungen, sein fühlendes, in der Lage zu liebendes Herz, gab, würde ich mein ganzes Wissen und alle Reichtümer der Welt nur so hinterher werfen. Alles würde ich dafür aufgeben, denn ich hatte eingesehen, dass ich nicht glücklich bin, es sogar noch nie war. Meine Eltern begingen einen großen Fehler, als sie entschieden mich zu „verschönern“, als sie über meine Persönlichkeit und mein Wesen bestimmten, als sie mich zusammensetzten aus vielen Einzelteilen und mathematischen Formeln, als sie eine Maschine erschafften. Die einzige Sache, die ich in meinem Leben gelernt habe ist die, dass man Menschen, egal welcher Rasse oder Natur sie abstammen, so respektieren sollte, wie sie sind. Perfekte Menschen kann man nicht im Labor erzeugen oder durch wissenschaftliche Methoden kreieren. Nein! Denn perfekte Menschen gibt es schon. Jedes Individuum ist auf seine eigene Art und Weise vollkommen. Viele Leute denken, es kommt nur darauf an wie viel ein Mensch leistet und wie hoch sein IQ ist, wieviel Geld er verdient oder welche Firmen er besitzt. Ich habe mittlerweile verstanden, dass sich das Leben nicht um diese materiellen oder oberflächlichen Dinge dreht, sondern um etwas ganz anderes, etwas das tiefer liegt, tief in unserem Herzen. Etwas, das man nicht künstlich herstellen kann, sondern genau dieses Teil, das es nur im Lebewesen gibt. Babybuh hat letztendlich verstanden, dass die Seele dieses Teil ist und dass ich ohne Seele geboren wurde. Ich war kein Mensch. Ich war ein Produkt der Phantasie meiner kranken Eltern. So vegetierte ich jahrelang vor mich hin, nur mit dem Ziel alles am besten zu können, mit dem Bestreben nach vollkommener Perfektion, wobei ich eines am schlechtesten konnte...zu leben.
Kurz nach meinem 25. Geburtstag nahm ich mir nach dieser Einsicht der Dinge das Leben. Wie es kommt, dass ich immer noch schreiben kann? Meine Eltern hatten mir schließlich kein Herz gegeben, doch meine leere, traurige Seele existiert auch jetzt noch weiter, denn Babybuhs Eltern konnten sogar durch die Verschönerung bewirken, dass ihre perfekte Kreation nie ausstirbt ...


Internetseite: e-stories
Benutzeravatar
Darla
 
Bilder: 0
Registriert: 01.02.2004 23:08

Vorherige

Zurück zu Die Sammlungen

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste