Gedichte aus dem Poesiealbum

Sleepangel schrieb am 19.09.2001 - 11:11:
http://www.beepworld.de/members11/sleepangel

*** ROSENTRÄUME ***

EIN VERLORENER BLICK DURCH DAS FENSTER
AUF MEINEN WEISSEN ROSENBAUM
ER WIEGT SICH DEM WINDE ERGEBEND
WOHL AUCH VERSUNKEN IN EINEM TRAUM

WAS WIRD ES FÜR EIN TRAUM NUR SEIN
DEN DAS ROSENBÄUMCHEN TRÄUMT
NOCH BLÜHT ES MIT VIELEN WEISSEN KNOSPEN
HAT SEIN WACHSEN NICHT VERSÄUMT

VIELEICHT VOM SOMMER UND DER WÄRME
DENN KALTE TAGE KOMMEN BALD HERAN
VON SCHMETTERLINGEN DIE IHN STREICHELN
UND WIE SEIN BLÜHEN HIER BEGANN

TRÄUMEND SCHAUEN WIR UNS BEIDE AN
ER DA DRAUSSEN UND ICH DRINNEN
SEH SEINE BLÄTTER FALLEN NACH UND NACH
KÖNNEN BEIDE DER ZEIT NICHT ENTRINNEN

NUR WARTEN AUF DAS NÄCHSTE JAHR
VERSUNKEN IN WOHLIG WARMEN TRÄUMEN
BEIDE ÜBERSTEHEN WIR DIE DUNKLE ZEIT
WERDEN DAS NEUE BLÜHEN NICHT VERSÄUMEN

Nikitala schrieb am 17.09.2001 - 08:15:

GOD BLESS AMERICA
Ich werde um 9Uhr (ET) geweckt, mit den Worten:
"Weisst Du was draussen los ist, schalt den Fernseher ein..."
Nach 2 Minuten fassungslos auf den Bildschirm starrend, kann ich nichts mehr erkennen.
Meine Traenen nehmen mir die Sicht!
Was passiert als naechstes?
Ich bin nur 2 Stunden entfernt!
Keine 20 Minuten spaeter der zweite Tower, waehrend die Reporterin noch vom ersten Tower spricht.
Live kann man sie kreischen hoeren
"Oh my God...oh no...!"
Das war kein Unfall!
Kommt das Unheil naeher?
Kann ich mich sicher fuehlen?
Weiter geht es zum Pentagon und nach PA!
Ein Drittel des Bildschirms ist ausgefuellt mit:
"America on Attack"!
Mir gehen so viele Gedanken durch den Kopf, aber realisiert habe ich nichts!
...
Ich warte auf die Stimme des Praesidenten, die mir sagt, was als naechstes kommt und er sagte, was ich erhoffte:
"(...) we will hunt them down!"

911 (Sept 11th)
- Alptraum
- der Notruf Amerikas
- Geburtstag meiner Schwester

GOD BLESS AMERICA

stelladimare schrieb am 14.09.2001 - 16:22:

Ein kleiner Schritt (in memorian of the 11th September 2001)


Ich versteh die Welt nicht mehr.
Sie erscheint mir grau und leer.
Was vor ein paar Tagen in den USA geschah,
es ist weit weg und doch so nah.
Der Terror ist nicht nur dort,
er ist längst an jedem Ort.
Doch die Menschheit sieht das nicht,
sieht der Gefahr nicht ins Gesicht.
So lange wie wir es nicht verstehen,
friedlich miteinander umzugehen,
wird sich da auch nichts ändern,
erscheint die Welt in dunklen Gewändern.
Denn sie ist von Hass geprägt,
der in jedem von uns lebt.
Der eine hasst die Leute aus dem fernen Land,
handelt ohne Verstand.
Der andere mag seinen Bruder nicht,
stellt ihn dar, als armen Wicht.
Der nächste verteidigt seine Religion,
plant die Vernichtung der anderen schon.
Ein kleiner Schritt wär getan,
finge jeder bei sich selber an.
Besiege jeder seinen Hass und seine Wut
und handele gegenüber den anderen gut.
Es ist nur ein kleiner Schritt,
doch machen dabei viele mit,
so werden daraus viele Schritte
auf dem Weg zu einer friedlichen Mitte.

In Gedenken an Amerika und die vielen unschuldigen Opfer, aber auch gedacht als Anregung zum Nachdenken.

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